Habit 
Habit = Leibgewand
 
Das Wort kommt vom lateinischen HABITUS = Aussehen, Haltung, Kleidung, und bezeichnet die Ordenskleidung bzw. das Mönchsgewand.
Die Form des Habits geht auf die im 2. bis 9. Jahrhundert übliche Kleidung zurück und ist ähnlich der römischen Tunika; auf Stickereien und andere schmückende Elemente wird dabei verzichtet. Als funktionales Gewand dient der Habit ganz einfach dem Bedecken des Leibes.
Geistlich gesehen weist der Habit auf das Anziehen des „neuen Menschen“, wie es in den Briefen der Apostel zum Ausdruck kommt:
 
Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!
Der Brief an die Kolosser 3,12
 
Sodann, ihr Jüngeren: ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber bekleidet euch im Umgang miteinander mit Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.
Der erste Brief des Petrus 5,5
 
Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut und Bosheit; auch Lästerungen und Zoten sollen nicht mehr über eure Lippen kommen. Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt und seid zu einem neuen Menschen geworden, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen. Wo das geschieht, gibt es nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene oder Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles und in allen.
Der Brief an die Kolosser 3,8-12
 
Diesen „neuen Menschen“ soll jeder Christ mit der Taufe anziehen. Für den Mönch bzw. die Nonne gilt dies in besonderer Weise.
Mit der Einkleidung, also nach dem Eintritt in das Kloster und nach der Zeit des Postulats, beginnt eine streng ausgerichtete Suche nach Gott. Dabei “bekleidet” man sich bildlich mit Christus, das heißt mit den Tugenden. Man soll durch sein Leben, sein Dasein, sein Handeln und Wirken Christus für andere sichtbar und erfahrbar machen. Dazu gehört, die Sünde, das Schwache in und an uns, aufmerksamer wahrzunehmen und abzulegen und das Böse zu meiden – kurz: den „alten Menschen“, den Tod, den sterblichen Menschen (Adam) „auszuziehen“. Stattdessen soll man sich im Guten üben, Gott suchen und beständig in seiner Gegenwart leben – kurz: den „neuen Menschen“, das Leben, den unsterblichen Menschen (Christus) „anziehen“.
Bei den Zisterziensern ist der Habit langärmelig, knöchellang und in der Regel weiß. Die weiße Farbe geht darauf zurück, dass sie im Bestreben nach der Armut die einfachsten Stoffe, das heißt ungefärbte Schafwolle, nutzten. Eigentlich gibt diese einen grau-beigen Stoff, der durch häufiges Waschen jedoch heller wird. So kamen die Zisterzienser über den anfangs grauen Habit zum weißen.
 
Skapulier = Schulterkleid / Schürze
 
Das Wort kommt vom mittellateinischen SCAPULARE = Schulterkleid.
Ursprünglich war das Skapulier nur als Arbeitsschürze gedacht.
Geistlich gesehen will das Skapulier auf das Kreuz (die Senkrechte) Christi hinweisen, welches bewusst mitgetragen wird, im Auf-sich-nehmen der Gelübde, das heißt des Joches der Ordensregel,  so wie Christus das Joch des Kreuzes auf sich nahm.
Bei den Zisterziensern ist das Skapulier ein breiter, schwarzer (im Noviziatsjahr weißer) herabfallender Tuchstreifen, der über dem Habit getragen wird und die Vorder- und Rückseite bedeckt.
 
Zingulum = Gürtel
 
Das Wort kommt vom lateinischen CINGULUM = Gurt (besonders gemeint ist der Gürtel der Frauen und der Degengurt).
Das Zingulum ist ein Gürtel, der den Habit nah am Leib hält, so dass man sich gut bewegen kann.
Geistlich gesehen  „gürtet“ man sich an Christus, das heißt, man macht sich fest an ihm, bindet sich an ihn. Genauer gesagt lässt sich der Mönch oder die Nonne binden an und von Christus und seinem Wort, seiner Verheißung. Im Alten Testament sollen die Israeliten vor dem Auszug aus Ägypten das Paschalamm gegürtet essen, das heißt bereit und wach, in jedem Moment fähig aufzustehen und loszugehen.
Bei den Zisterziensern ist das Zingulum schwarz, im Noviziatsjahr weiß, und gürtet sowohl den Habit als auch das Skapulier (im Gegensatz zu den Benediktinern, die das Skapulier über dem Zingulum tragen).
 
Velan = Schleier, nur bei Ordensfrauen
 
Das Wort kommt vom lateinischen VELAMEN = Hülle, Decke, Schleier, Gewand; VELAMENTUM = Hülle, Decke über etwas.
Die Form ist verschieden und wechselte in der Geschichte oft.
Das Tragen eines Schleiers liegt in der Geschichtebegründet: es gab in der Antike und im Mittelalter (auch später noch) kaum Rechte für die Frau. Deren Rechte vertrat immer ein Mann, diesen nannte man Mund (von daher kommt das Wort Mündel). Er schützte sie und hatte die Pflicht, ihre Rechte zu fordern. Tat er das nicht, machte er sich strafbar, zumindest auf dem Papier. Es gab also für jede Frau einen Mann, der sie in seinen Schutz nahm. Normalerweise war es der Vater, mit der Eheschließung wurde dieser Mund meist der Gatte, manchmal aber auch ein anderer. Für eine Frau ziemte es sich, einen Schleier zu tragen und so ihre Haare (ihren „schönsten Schmuck”) zu bedecken – ein Zeichen ihrer Abhängigkeit und Unterwürfigkeit, zuweilen aber auch des Ehestandes.
Schon in der frühen Kircheversammelten sich Frauen, besonders Witwen, um Werke der Nächstenliebe zu tun. Diese gottgeweihten Witwen, aber auch Jungfrauen, wollte die Kirche in ihren besonderen Schutz nehmen. Als äußeres Zeichen für diesen Schutz und für ihren Dienst trugen sie einfache Schleier. Im Gegensatz zu den Männern, die in Kirchen ihre Kopfbedeckung abnehmen mussten, war der Schleier für Frauen ein ständiger Begleiter.
Geistlich gesehen gibt es mehrere Bedeutungen. Ein Schleier verhüllt zum einen „den schönsten Schmuck der Frau”, nämlich ihr Haar, das heißt mit dem Anlegen des Schleiers soll bildlich die Eitelkeit abgelegt werden.
Außerdem bedeckt der Schleier das Haupt, und genauso sollen wir uns bedecken lassen mit der Gnade Gottes, uns von ihr bestimmen lassen.
Auch handelt es sich um ein Zeichen der Bitte. Wir sind immer nur und zuerst Empfangende. Früher bat man höhere Menschen bzw. Gott immer mit geneigtem Haupt und zum Teil mit bedecktem Haupt. Dies ist ein Gestus der Demut und Bedürftigkeit.
Einen Schleier vor Augenhaben (tatsächlich hat man früher in verschiedenen Klöstern den Schleier auch vor dem Antlitz getragen, z.B. bei den Karmelitinnen) meint, dass man undeutlich sieht, kein klares Bild hat, nur verhüllt und in Umrissen sieht. Der Schleier weist darauf hin, dass wir im jetzigen Leben Gott nicht schauen können. Man kann nicht sagen, Gott ist so oder so, weil wir seine Größe nicht erkennen können. Unser Verstand und unsere Aufnahmefähigkeit sind zu klein dafür. Dahinter steht die demütige Haltung, seine eigene Begrenztheit zu erkennen und anzuerkennen.
 
Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi. Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt. Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt.
Der erste Brief an die Korinther 11,5
 
Bei den Zisterziensern ist der Velan schwarz, nachdem man die Ewigen Gelübde abgelegt hat. In Noviziat und Juniorat (solange man noch in der „Probezeit” ist) ist der Velan weiß.
 
Kukulle
 
Das Wort kommt vom mittellateinischen CUCULLA = Mönchsgewand, Kutte, Kapuze am Mantel, Gugel. Teilweise wird die Kukulle auch Flocke genannt (mittellateinisch: floccus = Flocke, Wollfaser).
Die Kukulle ist ein faltenreiches, langes, weites Kleidmit sehr weiten Ärmeln. Sie wird nur zu bestimmten, festlichen Anlässen getragen: Gebete, die Hl. Messe, Prozessionen und ähnliche liturgische und paraliturgische Tätigkeiten. Eine bestimmte Funktion liegt in der Festlichkeit dieses Gewandes, womit die Größe und Besonderheit des Gottesdienstes äußerlich sichtbar hervorgehoben wird.
Geistlich gesehen findet man in der weißen Kukulle der Zisterzienser (Benediktiner haben eine schwarze) ein Lichtgewand wieder, das auf die besondere Nähe und Klarheit Gottes hinweist. Als Mose auf dem Berg betete und mit Gott sprach, leuchtete sein Antlitz. Als er zum Volk hinabstieg, verhüllte er es. Die Kukulle, die zu den Gebetszeiten und ähnlichem getragen wird, will dieses beschreiben.
Außerdem sehen sich die Zisterzienser besonders dem Licht verbunden, dem Licht der Erleuchtung (die Weisheit), und legten ihre Klöster so an, dass auch das Licht beim Bau eine wichtige Rolle spielte. Eines der ersten Klöster hieß das lichte Tal oder das Lichttal (Clara vallis – Clairvaux).
In der weißen Farbe erkennt man auch die Verklärung Christi auf dem Tabor (Fest: 6. August). In diesem Zusammenhang wird das Auserwähltsein und die Gebetshaltung am Berg Tabor wieder aufgenommen.
Die Weite des Gewandes und die Vorschrift, dass zu bestimmten Gesängen die weiten Ärmel auch die Hände und Finger bedecken müssen, lässt an die Engel (die Lichtgestalten, die Boten) denken. Mit den Engeln reihen wir uns in die himmlische Liturgie ein, in den himmlischen Gottesdienst.
Laut Legende soll Maria dem 2. Abt von Cîteaux (= das erste Kloster des Zisterzienserordens), namens Alberich, das weiße Ordenskleid für ihn und seine Mitbrüder übergeben haben.

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